Bei diesem Workshop lernst du, wie man einen eigenen Dokumentarfilm produziert! Du erlernst verschiedene Interviewtechniken und die Bedienung von professioneller Filmtechnik. Mit den anderen Teilnehmer*innen entwickelst und drehst du deinen eigenen Kurz-Dokumentarfilm. Wir blicken im Workshop gemeinsam in die Vergangenheit, in die Zeit des Nationalsozialismus, und machen deutsche Geschichte mit dem Medium Film erleb- und begreifbar.
Über den Workshop
Ausgangspunkt des Workshops ist der Dokumentarfilm „Das Ungesagte“ (Regie: Patricia Hector / Lothar Herzog), der einige der letzten lebenden Zeitzeug*innen, die die Zeit des Nationalsozialismus (NS-Zeit) miterlebt haben, porträtiert. Der Film legt einen Fokus auf die Themen der Involviertheit, Täterschaft, das Aufwachsen während des Krieges und der NS-Zeit sowie gesellschaftliche Strukturen und Ideologie. Ebenso werden die Perspektive von jüdischen Menschen, die die NS-Zeit überlebt haben, und die Auswirkungen auf ihre Gegenwart im Film aufgegriffen. Die Themen des Films werden im Workshop intensiv besprochen und die Aussagen der Protagonist*innen und ihre Erzählungen des Erlebten kritisch, von verschiedenen Standpunkten aus betrachtet und geschichtlich eingeordnet. Darauf aufbauend werfen die Teilnehmer*innen einen Blick in die Gegenwart und beleuchten aktuelle Formen von Antisemitismus und Rassismus. Gemeinsam mit Pat*innen des Gesprächsformats „Trialoge“ mit einer palästinensischen und einer israelisch-jüdischen Person wird ein sicherer Gesprächs- und Diskussionsraum eröffnet, in dem nachgefragt, zugehört und offen diskutiert werden kann. (Weitere Informationen unten).
Ab dem dritten Tag geht es um die filmische Praxis. Es werden verschiedene Interviewtechniken sowie spezifische Phänomene in der zwischenmenschlichen Kommunikation vorgestellt. Ausgehend davon werden eigene Interviewleitfäden sowie Ideen für kurze Dokumentarfilme entwickelt und ihr könnt selbst Interviews durchführen und filmen. Auch experimentellere Ansätze sind denkbar. Dabei werdet ihr ausführlich in die technischen Finessen des professionellen Kamera- Licht- und Tonequipments der Filmuniversität eingewiesen. Es wird konkretes filmisches Handwerk vermittelt, wie visuelle Auflösung, Einstellungsgrößen, Kadrage, Optiken und Schärferelationen, Lichtsetzung, Tongestaltung, Dramaturgie und Montagetechniken. Die Filmemacher*innen Lothar Herzog und Patricia Hector, sowie Studierende aus den jeweiligen Fachrichtungen der Filmuniversität stehen euch dabei im Hinblick auf das filmische Handwerk mit Rat und Tat zur Seite. Mit professioneller Schnittsoftware wird das gefilmte Material geschnitten und die entstandenen Dokumentarfilme vor der Gruppe präsentiert.
Anmeldung & Teilnahme
Für die Teilnahme am Dokumentarfilmworkshop können sich Personen im Alter von 16 – 20 Jahren bewerben, die sich für die Thematik interessieren und Interesse haben, sich im Rahmen des Workshops in Form eines Dokumentarfilms mit dem Themenfeld zu befassen. Für die Teilnahme werden keine filmischen Kenntnisse vorausgesetzt.
Alle nicht volljährigen Teilnehmer*innen müssen das schriftliche Einverständnis der Erziehungsberechtigten bei der Bewerbung mit einreichen.
Die Teilnahme ist kostenlos. Mittagessen können wir zusammen in der Mensa Griebnitzsee. Dies muss selbst finanziert werden. Wir stellen bei Bedarf gerne Empfehlungen für Unterkünfte in der Nähe zur Verfügung.
Anmelden könnt ihr euch über das Anmeldeformular.
Gerne möchten wir außerdem im Vorfeld wissen:
- Was ist deine Motivation, an dem Workshop teilzunehmen?
- Was interessiert dich speziell an diesem Thema?
———————————————–
Kooperations- und Förderhinweis:
Der Workshop findet in Kooperation mit der lothar herzog filmproduktion statt und wird gefördert von der Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft (EVZ). Weiterer Kooperationspartner ist die Gesellschaft im Wandel gUG mit ihrem Format „Trialoge“.


Referent*innen



Das Trialog-Projekt ist ein multiperspektivisches Gesprächsformat über den Nahostkonflikt, das von Jouanna Hassoun und Shai Hoffmann initiiert wurde. Ausgehend vom Ausbruch des Krieges in Israel und in Gaza am 7. Oktober 2023 und den damit einhergehenden gesellschaftlichen Folgen, einschließlich der starken Emotionalisierung, widmet sich das Projekt der großen Herausforderung, das Thema besprechbar zu machen. Das Ziel der Trialoge ist, gemeinsam mit jungen Menschen einen Ort des gegenseitigen Zuhörens, der Verständigung, des Aushaltens und des Wachsens zu schaffen. Emotionales Erleben in allen seinen Facetten einen Raum zu geben. Es geht darum, den enormen emotionalen Herausforderungen der jungen Menschen, die der Konflikt mit sich gebracht hat, zu kanalisieren, sie zu verstehen und dadurch auch den Prozess des Verarbeitens und des Heilens anzuregen. Gleichzeitig soll dem großen Unwissen über die verschiedenen Grautöne und den zunehmenden menschenfeindlichen Vorurteilen und den zahlreichen Verschwörungstheorien im Zusammenhang des Nahostkonfliktes entgegengewirkt werden.

Zuvor war sie unter anderem für die Berghof Foundation und zehn Jahre lang für Aktion Sühnezeichen Friedensdienste tätig







