Dokumentarfilm-Workshop „Das Ungesagte“

Dreh deinen eigenen Kurz-Dokumentarfilm! Wir blicken mithilfe des Mediums Film in die Vergangenheit und Gegenwart

Datum
28.07.2025
bis 02.08.2025
Zeit
jeweils 10:00 - 16:00 Uhr
Ort
Filmuniversität Babelsberg
Alter
16 - 20 Jahre
Mit
Den Filmemacher*innen Lothar Herzog und Patricia Hector und weiteren Bildungsreferent*innen.

Bei diesem Workshop lernst du, wie man einen eigenen Dokumentarfilm produziert! Du erlernst verschiedene Interviewtechniken und die Bedienung von professioneller Filmtechnik. Mit den anderen Teilnehmer*innen entwickelst und drehst du deinen eigenen Kurz-Dokumentarfilm. Wir blicken im Workshop gemeinsam in die Vergangenheit, in die Zeit des Nationalsozialismus, und machen deutsche Geschichte mit dem Medium Film erleb- und begreifbar.

Über den Workshop

Ausgangspunkt des Workshops ist der Dokumentarfilm „Das Ungesagte“ (Regie: Patricia Hector / Lothar Herzog), der einige der letzten lebenden Zeitzeug*innen, die die Zeit des Nationalsozialismus (NS-Zeit) miterlebt haben, porträtiert. Der Film legt einen Fokus auf die Themen der Involviertheit, Täterschaft, das Aufwachsen während des Krieges und der NS-Zeit sowie gesellschaftliche Strukturen und Ideologie. Ebenso werden die Perspektive von jüdischen Menschen, die die NS-Zeit überlebt haben, und die Auswirkungen auf ihre Gegenwart im Film aufgegriffen. Die Themen des Films werden im Workshop intensiv besprochen und die Aussagen der Protagonist*innen und ihre Erzählungen des Erlebten kritisch, von verschiedenen Standpunkten aus betrachtet und geschichtlich eingeordnet. Darauf aufbauend werfen die Teilnehmer*innen einen Blick in die Gegenwart und beleuchten aktuelle Formen von Antisemitismus und Rassismus. Gemeinsam mit Pat*innen des Gesprächsformats „Trialoge“ mit einer palästinensischen und einer israelisch-jüdischen Person wird ein sicherer Gesprächs- und Diskussionsraum eröffnet, in dem nachgefragt, zugehört und offen diskutiert werden kann. (Weitere Informationen unten).

Ab dem dritten Tag geht es um die filmische Praxis. Es werden verschiedene Interviewtechniken sowie spezifische Phänomene in der zwischenmenschlichen Kommunikation vorgestellt. Ausgehend davon werden eigene Interviewleitfäden sowie Ideen für kurze Dokumentarfilme entwickelt und ihr könnt selbst Interviews durchführen und filmen. Auch experimentellere Ansätze sind denkbar. Dabei werdet ihr ausführlich in die technischen Finessen des professionellen Kamera- Licht- und Tonequipments der Filmuniversität eingewiesen. Es wird konkretes filmisches Handwerk vermittelt, wie visuelle Auflösung, Einstellungsgrößen, Kadrage, Optiken und Schärferelationen, Lichtsetzung, Tongestaltung, Dramaturgie und Montagetechniken. Die Filmemacher*innen Lothar Herzog und Patricia Hector, sowie Studierende aus den jeweiligen Fachrichtungen der Filmuniversität stehen euch dabei im Hinblick auf das filmische Handwerk mit Rat und Tat zur Seite. Mit professioneller Schnittsoftware wird das gefilmte Material geschnitten und die entstandenen Dokumentarfilme vor der Gruppe präsentiert.

Anmeldung & Teilnahme

Für die Teilnahme am Dokumentarfilmworkshop können sich Personen im Alter von 16 – 20 Jahren bewerben, die sich für die Thematik interessieren und Interesse haben, sich im Rahmen des Workshops in Form eines Dokumentarfilms mit dem Themenfeld zu befassen. Für die Teilnahme werden keine filmischen Kenntnisse vorausgesetzt.

Alle nicht volljährigen Teilnehmer*innen müssen das schriftliche Einverständnis der Erziehungsberechtigten bei der Bewerbung mit einreichen.

Die Teilnahme ist kostenlos. Mittagessen können wir zusammen in der Mensa Griebnitzsee. Dies muss selbst finanziert werden. Wir stellen bei Bedarf gerne Empfehlungen für Unterkünfte in der Nähe zur Verfügung.

Anmelden könnt ihr euch über das Anmeldeformular.

Gerne möchten wir außerdem im Vorfeld wissen:

  • Was ist deine Motivation, an dem Workshop teilzunehmen?
  • Was interessiert dich speziell an diesem Thema?

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Kooperations- und Förderhinweis:

Der Workshop findet in Kooperation mit der lothar herzog filmproduktion statt und wird gefördert von der Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft (EVZ). Weiterer Kooperationspartner ist die Gesellschaft im Wandel gUG mit ihrem Format „Trialoge“.

Logo Stiftung EVZ - Erinnerung, Verantwortung, Zukunft
Logo Gesellschaft im Wandel gUG - Format Trialoge

Referent*innen

Lothar Herzog
Lothar Herzog, geboren in Freiburg im Breisgau, wuchs in Paris auf. Er studierte Kulturwissenschaften in Hildesheim, Film Studies in San Francisco und Filmregie an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin. Seine Kurzfilme Bonzenkarren und weisst du eigentlich dass ganz viele blumen blühen im park wurden auf zahlreichen internationalen Filmfestivals präsentiert, unter anderem auf der Berlinale und in Cannes. Sein erster Langspielfilm, 1986 (ARTE/WDR Koproduktion) hatte Premiere auf dem Zurich Film Festival, gewann den Goldpreis für die Beste Regie bei den Internationalen Hofer Filmtagen, war nominiert als Bester Spielfilm bei den First Steps Awards 2019 und gewann den First Steps NO FEAR Award für die Beste Produktion. Im September 2021 startete der Film in den deutschen Kinos. Lothar Herzog arbeitet zudem seit vielen Jahren in der politischen und kulturellen Bildungsarbeit mit den Schwerpunkten Filmbildung, Intersektionalität, Diskriminierungssensibilität, Rassismuskritik, Postkolonialismus und Bildung für Nachhaltige Entwicklung.
Foto Patricia Hector
Patricia Hector, geboren 1988 in Osnabrück, absolvierte von 2009 bis 2012 eine Schauspielausbildung für Bühne und Film in Berlin und wirkte in verschiedenen Theaterstücken und Kurzfilmproduktionen mit, unter anderem mit Auftritten auf dem Performing Arts Festival Berlin, im Theater Magdeburg und Greifswald sowie in einer internationalen Produktion mit Auftritten in Osteuropa. Auch inszenierte sie als Regisseurin das Puppentheaterstück „Nathan der Weise“ für das Diwantheater Osnabrück und entwickelte in Gemeinschaftsarbeit eine Inszenierung von J.M. Barries’s Peter Pan. Darüber hinaus studierte sie zwischen 2015 und 2022 Psychologie (Nebenfach Philosophie) in Potsdam und Innsbruck und arbeitet seit mehreren Jahren für eine Praxis der Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie.
Shai Hoffmann & Jouanna Hassoun - Trialoge
Shai Hoffmann & Jouanna Hassoun, Foto (c) Achim Pohl
Das Trialog-Projekt ist ein multiperspektivisches Gesprächsformat über den Nahostkonflikt, das von Jouanna Hassoun und Shai Hoffmann initiiert wurde. Ausgehend vom Ausbruch des Krieges in Israel und in Gaza am 7. Oktober 2023 und den damit einhergehenden gesellschaftlichen Folgen, einschließlich der starken Emotionalisierung, widmet sich das Projekt der großen Herausforderung, das Thema besprechbar zu machen. Das Ziel der Trialoge ist, gemeinsam mit jungen Menschen einen Ort des gegenseitigen Zuhörens, der Verständigung, des Aushaltens und des Wachsens zu schaffen. Emotionales Erleben in allen seinen Facetten einen Raum zu geben. Es geht darum, den enormen emotionalen Herausforderungen der jungen Menschen, die der Konflikt mit sich gebracht hat, zu kanalisieren, sie zu verstehen und dadurch auch den Prozess des Verarbeitens und des Heilens anzuregen. Gleichzeitig soll dem großen Unwissen über die verschiedenen Grautöne und den zunehmenden menschenfeindlichen Vorurteilen und den zahlreichen Verschwörungstheorien im Zusammenhang des Nahostkonfliktes entgegengewirkt werden.
Magdalena Scharf ist Politikwissenschaftlerin und erfahrene Trainerin, Ausbilderin und Referentin. Sie engagiert sich beim Berliner Arbeitskreis für politische Bildung (bapob e.V.) und verfügt über langjährige Praxis und Expertise im Bereich der Erinnerungskultur – mit einem Schwerpunkt auf pädagogischer Arbeit und rassismus- und antisemitismuskritischen Projekten in Deutschland und international, (u.a. in Spanien, Frankreich, den USA, Argentinien, Brasilien und Südafrika). Ihr Fokus liegt auf der Auseinandersetzung mit Geschichte – insbesondere Nationalsozialismus, Faschismus und Militärdiktaturen – im Hinblick auf aktuelle Fragen von Antisemitismus, Rassismus und anderen Formen von Diskriminierung.
Zuvor war sie unter anderem für die Berghof Foundation und zehn Jahre lang für Aktion Sühnezeichen Friedensdienste tätig
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